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Unter Kobolden - Kobold-Preis 2008 Seit 2002 wird der Kobold-Preis der Neuzeit ausgesegelt und schon lange war es mein Wunsch, auf dieser Veranstaltung einmal mitzusegeln. Nur leider besitze ich dafür nicht das richtige Boot. Irgendwann ergab es sich aber in einem Gespräch mit Herrn Jens Ruppert, dass eines ihrer Schiffe zu chartern sei, wenn denn ihr neues altes Rennpferd, die "Gazelle" (H 785), fertig sei. Diese war im Frühjahr 2008 der Fall und so war die Chance, 2008 in Hamburg zu segeln, da. Also düste ich am Samstag bei wunderschönem Wetter nach Hamburg an die Alster zum NRV. Beim Club angekommen, nahmen wir, mein Schotte "Iwan" Stefan Vornbaum und ich, die gut eingesegelte und sturmerprobte "Sommerliebe" (H 183) in Augenschein. Nach kurzer Zeit konnten wir aber zum Fachsimpeln übergehen, weil alles tiptop in Ordnung war. Kurz noch im Regattabüro vorbeigeschaut und die Unterlagen für die Regatta geholt, und ab zur Taufe der "Gazelle". Nachdem der Taufakt vollzogen und Micha, gemeint ist Michael Krieg, Obmann der klassischen H-Jollen seine Rede gehalten hatte, wurde es aber Zeit, aufs Wasser zu kommen. Im Hafenbecken herrschte reges Treiben und ein Boot nach dem anderen verliess den Hafen, doch wir hatten erstmal andere Probleme zu lösen. Grosssegel hoch mit Klau und Piek stellte uns doch vor einige Rätsel, aber irgendwie war dann das Gross oben. Gott sei Dank hatte die "Sommerliebe" eine Rollfock und der Spinnaker war schon angeschlagen. Nun aber los, denn die ssStartvorbereitungen waren in vollem Gange. Irgendwie haben wir auch noch die Zeit genommen und die Startlinie gefunden, aber hoppla, Raumschotsstart, und wo gehtÕs eigentlich hin und lang? Na, egal, erstmal an die Leine und los. Bei leicht drehendem Wind vom NRV schoss dann auch gleich mal die "Gazelle" mit Jens und Christian, Bruder von Jens, vorweg und Joachim Ruppert und Stefan Kriebel auf H 460 begaben sich auf die Jagd nach den beiden. Bei uns ziemlich viele Fragezeichen, z. B. warum fährt die Yacht nicht so richtig los? Na ja, erstmal dran gewöhnen. Als Fünfte ging es dann um die Tonne 2 und mit Spi hoch und runter die Alster zur Tonne 4. Auf Spikurs konnten wir uns mit ein paar geschickten Halsen an Joachim und Stefan rankämpfen. Die beiden nahmen dann auch ziemlich früh den Spi weg. Die Chance war da, nur noch schnell den Spi in die Tüte, flugs ne Halse und ab ums Eck. Hubs, wo ist eigentlich die Tüte? Auch egal, dann stopf den Spi mal schnell in den Sack! Ach so, und Fock raus und eine Halse wollte ich eigentlich ... Die Tonne verlor ich langsam im Rückspiegel und an Bord war zu diesem Zeitpunkt nur Chaos. Die anderen Jungs segelten mal ganz cool ums Fass. Egal, auf der Alster gibt es ja sehr interessante Kreuzen, noch war also nichts verloren. Die nächste Runde überstanden wir ganz gut und kämpften uns Stück für Stück wieder vor. Wenn auch die Ersten weit weg waren, hatten wir bis zum Schluss ne Menge Spass. Am Ende erreichten wir nach berechneter Zeit Platz 4. Auf zur zweiten Runde, aber erstmal ein Weizen beim NRV! Der zweite Start verlief wie der erste, Wind von hinten. Leichter Dreher und die Stärke 3 bis 4, in Böen 5. Langsam kamen die rund 400 kg in Fahrt. "Gazelle" und "Delphin" segelten gleich mal wieder voll los und wir jagten die Jungs ganz gut. Diesmal ging es auf den ersten drei Plätzen ziemlich eng zu. Die Spigänge waren ein echtes Erlebnis, vor allem, wenn dann das Schwert anfängt, Musik zu machen. Jetzt bloss nicht die Pinne bewegen und volle Konzentration. Und so glitten wir zu Dritt mit voller Fahrt von Tonne 1 zur Tonne 3 am HSC vorbei. Leider konnten wir auf der Kreuz mit "Gazelle" und "Delphin" nicht mithalten und so verpassten wir das Fotofinish der drei Brüder ein wenig und kamen rund zwei Minuten später ins Ziel. Aber wir kamen an, was einigen Crews nicht ganz gelang, da sie etwas auf Tauchfahrt gingen. Und so konnten wir mit einem kühlen Blonden in der Hand ganz ruhig beobachten, wie die nassen Jungs ihre Boote wieder trocken gelegt haben. Was dann die Abendveranstaltung angeht, kann ich Euch nicht allzu viel sagen, da ich noch auf einer Geburtstagsfeier in Eutin eingeladen war. Nur soviel: Die Jungs tranken. Am nächsten Morgen am Wasser hatten einige Sonnenbrillen auf, aber das lag sicherlich am guten Wetter. Denn bei Sonne, 30¡ und Wind 2-3 gingÕs wieder auf die immer voller werdende Alster. Auch an diesem Tag segelten mehrere Bootsklassen ebenfalls Regatta inkl. der 12-Fuss-Dingis, Holzdrachen und 5,5 auf unserem Kurs. Dazu noch eine kleine Ruderregatta, Segelschule, Berufsschifffahrt usw. Na denn, Lücke finden und rein ins Getümmel. Wo die Tonnen lagen, wussten wir ja nun. Der dritte Start gelang uns ganz gut und wir kamen ordentlich weg. Aber dann: Alster live, oben zwei drüber und zwei durch und in der Mitte kleine Parkeinlage von uns. An der ersten Halsentonne aber unverhoffte Hilfe von dem jüngsten Ruppert: Moritz auf "3 R" kam auf Bb und innen und brachte die ersten 4 - 5 gut in die Bredouille. Wir bremsten etwas ab und wollten die auftuende Lücke nutzen. Natürlich von aussen, denn auch ein DSV-Boot mit Yardstick 92 kann nicht 90¡ ums Eck. Die anderen versuchten, brav Platz zu machen und rein in die Lücke. Aber Stopp, was war das? Die "R 3"-Sprischot legte sich irgendwie um die Tonne und die Kiste drehte doch 90¡. Aber ohne Lücke. Also rum das Ruder und eine andere Lücke gesucht. Aber welche ich gefunden habe, kann ich leider nicht mehr sagen. Jedenfalls fanden wir uns danach auf Pos.1 wieder. Jetzt bloss nicht den überblick verlieren und den Kurs sauber absegeln. Die "Sommerliebe" hatte an diesem Tag jedenfalls mehr Lust auf uns, was wohl am leichten Wind lag, so wird vermutet von Fachleuten. Die Ziellinie durchfuhren wir dann als Erste. Und was machten unsere Gegner? Die "Gazelle" auf Platz 3, dazwischen "Ariane" (H 525) mit Helge Lallemand am Rohr. Auf 4 die immer stärker werdende "Kennt er nix" (H 566) mit Georg am Ruder. Auf 5 "Delphin", wobei Schotte Stefan leicht demoliert am Kopf das rettende Land betrat und sich erstmal eine Packung Eis auf die Beule tat und die rote Farbe aus dem Gesicht gewaschen hat. Für uns begann das grosse Rechnen. Noch einen 1. Platz und wir könnten die Serie knapp gewinnen. Aber auch die punktgleiche "Delphin" mit Joachim und Stefan war noch nicht aus dem Rennen und ganz vorne mit einem Punkt Vorsprung die "Gazelle" mit Jens und Christian. Also für Spannung war gesorgt und so ging es zum vierten Vorwind- Halbwind-Start bei heissen 33¡ und 2-3 Windstärken aus Nordost. Jetzt nur einen kühlen Kopf bewahren und die anderen Jungs nicht aus den Augen lassen! Als der Startschuss fiel, lagen wir in aussichtsreicher Position. Joachim und Stefan bissen sich in der hintersten Reihe fest und Jens und Christian in Lee. Wir waren etwas schneller, so dass die beiden unser "Abgas" schlucken mussten. Und so konnten wir ein paar Meter gutmachen. Diesen Vorsprung hielten wir bis zur ersten Tonne und konnten als Erste die Tonne runden. Schnell den schwarzen Spi hoch und ab zur nächsten Tonne. Hinter uns an der Tonne grosses Gewühle, so dass wir noch ein paar Meter entkommen konnten. Die "Gazelle" und die "Delphin" wurde schön vom Feld festgehalten. Kein freier Wind, keine freie Fahrt. Jetzt geschickt Meter machen. Auf der Kreuz und dem anschliessenden Spigang gingÕs dann noch mal nach vorne und so kreuzten wir Richtung NRV mit reichlich Vorsprung. Jetzt noch die letzte Runde über die Alster und "der Kater ist gekämmt". Doch was war das? Berliner Verhältnisse im hohen Norden? Ca. 500 m Vorsprung in 5 Minuten. "Kennt er nix" und "Gazelle" kamen von hinten mit Spi ran und wir parkten wie angenagelt ohne Druck im Schiff vor der Tonne. In Luv kein Wind und nach Lee trieben wir auch nicht mehr runter. Einige Schweissperlen später hatten wir die beiden Jungs im Nacken, so gingÕs von der Tonne 1 zur letzten Raumtonne (4). Da Georg um die Gesamtwertung nicht zu beachten war, hielten wir nur noch Ausschau auf "Gazelle" und so wurde auf jede Wende reagiert. Bis zum bitteren Ende Verteidigung. Und so gelang es uns, vor "Gazelle" im Ziel zu sein. Georg gewann das Rennen nach gesegelter Zeit und wir nach berechneter Zeit. Das hat dann zum Gesamtsieg gereicht auf gechartertem Schiff vor den Reeder-Brüdern Ruppert auf "Gazelle" und "Delphin". Wieder an Land wurde das Goldstück ordentlich verpackt, dabei merkten wir, dass irgendwie der Hamburger Sommer ausgebrochen war. Auf dem NRV-Gelände stand förmlich die Luft und weit und breit kein Strauch oder Baum zu sehen, der Schatten hätte spenden können. So lauerten alle auf die Siegerehrung. Wir als Oberkobolde standen ja fest und so durften wir den Pott kurz in den Händen halten, denn der Stifter möchte, dass er immer in Hamburg bleibt. An wen die anderen Preise vergeben wurden, ist aus den Siegerlisten zu entnehmen. Als alle Preise verteilt waren, und das dauerte seine Zeit, wurden noch ein paar gemeinsame Fotos mit allen Teilnehmern geschossen. Nun war auch dieser Kobold 2008 Geschichte und ich kann sagen, dass es eine tolle Veranstaltung war, auf der hart und fair gesegelt wurde und es teilweise harte Positionskämpfe gab. Auch liess das Landprogramm keine Wünsche offen. Schade, dass nur 15 Boote den Weg zu dieser Veranstaltung gefunden haben, wo doch alleine Hamburg mindestens 25 Schiffe im Revier Alster und Elbe hat. Am Wetter lagÕs jedenfalls nicht, denn auf der Rückfahrt nach Arendsee war es immer noch bullig heiss und der Asphalt flimmerte an diesem Sommerabend im Juni. Mit freundlichen Grüssen Sailing Team Florian |
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